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Man

Erstens kommt es anders und zweitens als eine denkt: Denn "man" kommt nicht von "Mann"!

Nach langem Herumsuchen und Fragen habe ich herausgefunden, was es mit diesem

man = Indefinitpronomen, das irgend jemand, manche oder alle Menschen meint,

auf sich hat.

Ein Leser schrieb mir:

"Formal sind Frauen mitgemeint, wenn "man" sagt: "Man war sich in dieser Frage uneinig." Ich vermute, dass alle Versuche, dieses "man" k�nstlich durch "frau" oder �hnliches zu ersetzen, fehlschlagen werden, denn die Differenzierungsm�glichkeit zwischen "man" UND "frau" in S�tzen, die ja eigentlich BEIDE einschlie�en sollen, ist sprachlich un�konomisch. Zur Zufriedenheit aller k�nnte "man" ja jetzt ein neues Indefinitpronomen ersinnen: "mensch" oder "nete" oder "plit" oder...
Und was soll die Aussage "Frau k�nnte dagegen einwenden, dass...." dann bedeuten?
Der Satz "Man k�nnte dagegen einwenden, dass..."  richtet den Fokus doch auf das m�gliche Gegenargument und �berhaupt nicht auf die Person als solche. Der Satz mit dem Indefinitpronomen hat also einen bestimmten Abstraktionsgrad erreicht, der durch die Betonung der gedachten sprechenden Person verringert wird, denn dann ist es kein Indefinitpronomen mehr, sondern ein Personalpronomen."

Diese Argumentation bez�glich des verschobenen Fokus leuchtete mir ein, ich hatte immer schon eine Abneigung gegen das k�nstliche Pronomen "frau", das ich nur ausnahmsweise in meinen Texten verwende, eher formuliere ich um.

Die Etymologie von 'man'

Im urspr�nglichen Altnordischen bedeutete man "Frau" (engl. woman). Das Wort f�r "Mann" war nicht man sondern wer, aus der Sanskritwurzel vir, wie in wer-wulf, dem Wolfsmann.

Bei den skandinavischen und anderen St�mmen Europas wurde mit Man der Mond, die Sch�pferin aller Wesen, bezeichnet.
Selbst im Rom der Kaiserzeit war Man oder Mana die Mutter aller manes oder Ahnengeister. Die Sanskritwurzel man bedeutete sowohl "Mond" als auch "Weisheit", ein Attribut der Urahnin. (Siehe auch die Bedeutung von Mondtag)

Die heidnischen Skalden dichteten eine Gruppe von Liebesliedern, die dem weiblichen Prinzip des Mondes und seiner irdischen Inkarnation, der Frau, geweiht waren; dies waren 'mansongr', die "Frauenlieder". Die katholische Kirche verbot sie ausdr�cklich.

Die englische Isle of Man war fr�her der Mondfrau geweiht; diese Mondfrau oder -ahnin war manchmal eine Seejungfrau oder eine androgyne Aphrodite und bewahrte die Seelen der Menschen in "umgedrehten T�pfen" auf. In Ostj�tland gab es Ganggr�ber, in denen aufgrund einer Begr�bnissitte der Eisenzeit lauter umgedrehte T�pfe standen.

Die Isle of Man erinnert mit ihrem Namen an die alte matriarchale Stammesmutter, die an diesem Ort verehrt wurde. Ihr Name wurde abwechselnd mit Man, Mana, Mana-Anna oder Manannan wiedergegeben.

Auf der Insel stand ein "Zauberpalast" mit einer Krypta oder Kapelle mit dreizehn S�ulen; dreizehn war die heilige Zahl des alten Mondjahres. Es wurde von den BesucherInnen erwartet, dass sie die S�ulen z�hlten. Eine, die die Z�hlzeremonie unterlie�, wurde in der Krypta festgesetzt, wo sich eine dem Mond geweihte Begr�bnisst�tte befand.

Diese St�tte wurde sp�ter durch "auf den Boden gesch�ttetes Salz" zerst�rt, eine Umschreibung f�r die christliche Angewohnheit, heidnische  Heiligt�mer einzuebnen und den Boden mit Salz zu vergiften und unfruchtbar zu machen.

�ber die Isle of Man, die heilige Insel der Mondahnin, sind einige Legenden �berliefert und von Arch�ologInnen ausgegraben worden.

Es gab in nahezu allen Sprachen ein Wort wie "Mana", das immer weibliche Kraft, Mond-Geist, Magie, �bernat�rliche Kr�fte und g�ttliche Sch�pferkraft bedeutete. Auch unser Wochentag "Mondtag" geht auf diese Wurzel zur�ck.

Mana gelangte �ber anthropologische Studien im S�dpazifik wieder in die englische Sprache zur�ck.

Im Europa des Altertums war Mana die Mondmutter, die das Geschlecht der Menschen hervorbrachte. Denn abgeleitet von "woman", Frau, bedeutete man urspr�nglich Mensch, aber nicht Mann!

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Was machen wir jetzt mit dem Pronomen "man", das heutzutage wie "Mensch=Mann" benutzt wird, also Frauen manchmal mitmeint, manchmal nicht, von modernen Autorinnen umschrieben, von Feministinnen durch "frau" ersetzt wird, aber urspr�nglich ja ohnehin das weibliche Prinzip darstellte? Vielleicht sollten wir einfach wieder "mana" sagen...

* Quelle: Das geheime Wissen der Frauen, Barbara G. Walker

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