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Wer sind die Vergewaltiger von Frauen?
Das Alter der Opfer
Drei von f�nf vergewaltigten M�dchen sind unter 18. Quelle: Statistisches Bundesamt |
Der so genannte m�nnliche Besch�tzer - wovor besch�tzt er die Frau denn? G�be es nicht den Mann als Gefahr, brauchten wir den Mann auch nicht als Schutz!
Das wei� auch der Zeitungsmann sehr genau.
Deswegen betreibt er eine gezielte Imagepolitik, schlie�lich sitzt er am Dr�cker, kann Informationen bringen oder sie unterdr�cken - und wenn er sie nicht mehr unterdr�cken kann, hat er immer noch die M�glichkeit sie zu "gestalten".
Wie sieht diese "Gestaltung" im Dienste patriarchaler Imagepolitik heute aus?
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1. Ignorieren und Leugnen
Das Wort "Frauenhaus" hat einen radikalen Bedeutungswandel erlebt. Zu Luthers Zeiten bedeutete es "Hurenhaus" (siehe: Grimmsches W�rterbuch), "Bordell" - heute hingegen bezeichnet es eine Zufluchtsst�tte f�r "geschlagene Frauen".
Der Ausdruck "geschlagene Frauen" ist auch recht neu. Fr�her gab es h�chstens "geschlagene Armeen". Die zahllosen geschlagenen Armeen der Geschichte haben mit den geschlagenen Frauen gemeinsam, dass auch sie von m�nnlichen Patriarchen geschlagen wurden.
Frauen wurden und werden �berall in den patriarchalen Gesellschaftssystemen von M�nnern geschlagen -und nur dort - aber erst seit Mitte der siebziger Jahre gibt es Zufluchtsst�tten f�r sie.
Dass es solche Schutzr�ume vor M�nnerbrutalit�t gibt, haben wir nicht einsichtigen, gewaltfreien Politikern zu verdanken. Frauen haben sie ins Leben gerufen. Gegen den passiven bis massiven Widerstand aller herrschenden M�nner, auch derjenigen, die vielleicht nie einer Frau Gewalt angetan haben.
Als das sechsb�ndige Dudenw�rterbuch 1977 fertig gestellt wurde, waren diese Frauenh�user noch kein fester Begriff wie heute (das Wort "Frauenhaus" fehlte darin) - wir befanden uns damals n�mlich noch in der Phase der patriarchal-m�nnlichen Leugnung:
Noch Anfang der Achtziger Jahre reagierten die meisten "Stadtv�ter", wenn Frauenhaus-Initiativen finanzielle Unterst�tzung f�r die dringend ben�tigten Frauenh�user forderten, mit Leugnen:
2. Verschleiern - Verharmlosen und Verdrehen
Erst wenn sich die Tatsachen beim besten Willen nicht mehr leugnen lassen, weil Frauen einfach zu viel Beweismaterial angeh�uft haben und auch nicht aufh�ren, die Schandtaten der M�nner �ffentlich anzuprangern, kommt die dritte, die Phase der Verschleierung, d.h. Verharmlosung und/oder Verdrehung der brutalen Tatsachen in den M�nnermedien.
In dieser Phase befinden wir uns zur Zeit.
Mann kann nicht mehr umhin, den Skandal endlich zur Kenntnis zu nehmen und auch in der Presse zu kommentieren, aber in der Regel tut er es so, dass die Gewaltstrukturen gr�ndlich verwischt werden und f�r das unkritische Gem�t kaum noch erkennbar sind:
> Die drei wichtigsten sprachlichen Tricks, die in den patriarchalen Medien t�glich zur Image-Pflege verwendet werden, sind
a) die "L�schung des T�ters und seiner Verantwortlichkeit" mittels der Passivkonstruktion.
Beispiel in Schlagzeilen:
"Kinder sexuell missbraucht".
Ein T�ter kommt aktiv �berhaupt nicht vor!
b) die Erzeugung von Konfusion durch "Fusion":
Anstelle geschlechtsspezifischer Ausdr�cke werden geschlechtsneutrale verwendet, die T�ter wandern mit den Opfern sprachlich in denselben Topf, so dass beide nicht mehr identifizierbar sind.
Die T�ter k�nnen theoretisch auch die Opfer sein und die Opfer ebenso gut die T�ter.
Beispiel-Schlagzeile:
"Gewalt in der Familie".
Wer war's????
c) Verharmlosung und Verdrehung.
Beispiel:
Mit dem lustvollen Wort Sex werden im Patriarchat Vergewaltigungen bezeichnet!
Ich zitiere aus einem noch immer aktuellen, weil typischen Text, einem Paradebeispiel patriarchaler Imagepolitik mittels
L�schung,
Fusion (Verflechtung)
Verharmlosung und
Verdrehung
Aus Frankfurter Rundschau, 19.9.1985:
Kinder sexuell missbraucht
Bonn, 18. Sept. (AP) Wie das Bundesgesundheitsministerium ... bekannt gab, wurden 1984 insgesamt 10.589 F�lle von sexuellem Missbrauch an Kindern bekannt...
"Sexueller Missbrauch von Kindern ist ein Verhalten, bei dem der St�rkere sich in besonders verwerflicher Weise �ber den Schw�cheren, dessen Rechte und W�rde hinwegsetzt", teilte Bundesfamilienminister Heiner Gei�ler mit.
Es ist Aufgabe des Staates und der Gesellschaft, den Schw�cheren, das Kind, vor �bergriffen dieser Art m�glichst zu sch�tzen... Die Bundesregierung stellt weiter fest, dass es zum Schutz der Kinder vor sexuellem Missbrauch neben den Mitteln des Strafrechts auch eines wirksamen Jugendschutzes bedarf. Ebenso wichtig sei aber auch eine Erziehung der Kinder in Elternhaus und Schule, die bei der sexuellen Aufkl�rung Verantwortung und Partnerschaft betont. ... verst�rke die Regierung die F�rderung der Familie, um durch Verbesserung der Lebensbedingungen von Familien und durch Unterst�tzung der Eltern in ihrer Erziehungsaufgabe dazu beizutragen, dass die Kinder in der Gesellschaft weniger gef�hrdet seien.
Achtung:
- Gesellschaft,
- Familie,
- Kinder,
- Eltern.
Kinder (lies: M�dchen) sind eben nicht "in der Gesellschaft" gef�hrdet, wie es im Schlusssatz besch�nigend hei�t, sondern ausschlie�lich durch den m�nnlich-patriarchalen Teil dieser Gesellschaft.
Verharmlosung:
Der Ausdruck sexueller Missbrauch impliziert, dass es auch eine angemessene Art des "Gebrauchs" gibt, denken wir etwa an Alkoholmissbrauch oder Tablettenmissbrauch.
Wurde folglich beim sexuellen "Kinder"missbrauch der Gebrauch von jungen Menschen auf ungesunde Weise �bertrieben?
Weiter erfahren wir, dass "sexueller Missbrauch" von "Kindern" "ein Verhalten" sei. Kein Verbrechen, sondern ein Verhalten - ein interessantes Forschungsfeld - f�r die Verhaltensforschung vielleicht?
Die Statistik wird nicht etwa im Bundeskriminalamt gef�hrt, sondern im Gesundheitsministerium!
Verdrehung (u. a. mittels Fusion):
Es ist bekannt, dass der sexuelle und sonstige patriarchale Terror von M�nnern gegen M�dchen und Frauen �berwiegend in der Familie stattfindet.
Was empfiehlt daher der Familienminister? Die F�rderung der Familie!
Er empfiehlt auch eine sexuelle Aufkl�rung, die "Verantwortung und Partnerschaft betont". Es ist sicher vern�nftig, die angehenden Sexualterroristen* an "Verantwortung und Partnerschaft" zu erinnern.
* V�ter, Stiefv�ter, Gro�v�ter, Onkel, �ltere Br�der und wer sonst noch in der Familie vorkommt ...
Den angehenden Opfern ist damit allerdings kaum gedient. Sie m�ssen vielmehr, im eigenen �berlebensinteresse, so fr�h wie m�glich radikales Misstrauen und st�ndige Verteidigungsbereitschaft entwickeln.
> Betrachte Zeitungen und andere Medien mit "neuen" Augen und Sensibilit�t f�r Sprache. Diese Art patriarchaler Image-Pflege findet sich nicht nur beim Thema Kindesmissbrauch, sondern bei allen Gewalt-Problemen etwa Krieg, Folter oder Katastrophen als Folge von Gewalt gegen die Natur.
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Das Positive:
Seit ca. 30 Jahren besch�ftigen sich deutsche Sprachwissenschaftlerinnen mit diesem Thema und es wurde bereits im Laufe der achtziger Jahre "Frauensprache" f�r das Deutsche definiert. Mittlerweile wurden vielerorts f�r den �ffentlichen Sprachgebrauch geschlechtergerechte Richtlinien heraus gegeben. In den USA ist bereits potitical correctness in der Sprache allt�glich.
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