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Das Gel�chter der Geschlechter


Scherzkommunikation im gyn�kologischen und geburtshilflichen Bereich II

Was sind die Scherzthemen?

Witz bietet ein n�tzliches Medium f�r verdeckte Kommunikation �ber Themen, die normalerweise tabu sind. Grunds�tzlich k�nnen Menschen auf Scherzrede schlechter festgelegt werden als auf ernsthafte �u�erungen. Da Botschaften aus Witzeleien schlecht einklagbar sind, werden sie auch f�r solche verwendet, die ernsthaft ge�u�ert unakzeptabel w�ren. 

In einem Krankenhaus zum Beispiel, wo Personal und Patienten davon ausgehen, dass Themen, die mit Tod, Personalkompetenz oder Respektlosigkeiten gegen�ber Patient/inn/en zu tun haben, entweder nur vorsichtig diskutiert oder ganz vermieden werden, k�nnen etliche witzelnde Bezugnahmen auf diese Inhalte gefunden werden (Emerson 1969).

Das gleiche gilt f�r Entbindungskliniken, in denen wir viele Witzeleien beobachteten, die sich auf Sexualit�t bezogen, die im Geburtskontext ein gro�es Tabuthema darstellt. Die Krankenhausangestellten k�nnen das, was mit der werdenden Mutter passiert, nicht offen mit sexueller Bet�tigung in Verbindung bringen, obwohl sie sich mit den Sexualorganen des weiblichen K�rpers besch�ftigen. Daher wird die Restriktion, das Tabu, mit dem das Thema belegt ist, auf die Humorebene transferiert, auf der wir es aussprechen k�nnen.

Die beinahe �ltesten und verbreitetesten Witze sind diejenigen, welche mit Bezug auf die Vagina der Patientin gemacht werden, w�hrend der Dammschnitt gen�ht wird:

Wie ma�geschneidert!
Wir machen Sie wieder neu!

Das Sextabu �berlappt sich in diesem Kontext mit einem anderen Tabuthema: dem Schmerz.

Unsere Forschung weist daraufhin, dass das Krankenhauspersonal auch noch andere Mittel hat, dieses Problem auf Distanz zu halten, z. B. indem sie seine medizinische Relevanz leugnen. Witzelndes Verhalten dient in diesem Kontext demselben Zweck. Daf�r gibt es zahlreiche Beispiele:

  • Eine Frau spannte sich w�hrend der Reinigung nach der Geburt vor Schmerz sehr an, worauf die Schwester mit einem L�cheln sagte: "Benehmen Sie sich auch so, wenn Ihr Mann Sie anfasst?" Die Patientin sch�ttelte verneinend mit dem Kopf. Eine Schwester sagte: "B�ses M�dchen, wenn ihr Mann sie anfasst, ist sie ganz locker, aber wenn wir sie ber�hren, verkrampft sie sich!" 

  • Ein Arzt, der gerade schmerzhaft auf den Uterus einer Frau, die eben geboren hatte, dr�ckte, sagte in Nachahmung eines Werbespots im Fernsehen: "Und der Bauch ist weg!" Ein anderer Doktor unterzog eine Patientin, die Anzeichen von Schmerz zeigte, der nachgeburtlichen Reinigung, als ein weiterer Arzt den Krei�saal betrat und die beiden �ber Krankenhausthemen zu witzeln und zu lachen begannen.

  • In einem noch unsympathischeren Fall von Witzelei, der von der Beobachterin registriert wurde, neckte ein Arzt auf v�terlich-herablassende Art und Weise eine Frau, die eben geboren hatte und postpartal von einem heftigen, schmerzhaften Anfall von psychogenem Tremor gesch�ttelt wurde. Vielleicht dachte er, das w�rde die Situation entdramatisieren und es der Frau leichter machen.

Insgesamt deuten sowohl Scherzgebaren als auch Scherzinhalte daraufhin, wie Frauen in dieser Situation entm�ndigt werden.

  • Bei einer anderen Gelegenheit meinte der Arzt, als er die sog. Kristeller-Handgriffe an einer Patientin ausf�hrte, die sie vor Schmerz schreien lie�en: "Was wird Ihr Mann denken, etwa, dass ich Sie foltere? Nachher wird er ein W�rtchen mit mir wechseln wollen!"

  • Eine Schwester sagte zu einer Frau unmittelbar nach der Geburt: "Ich werde Ihnen jetzt eine Spritze geben."
    Die Patientin: "Es reicht!"
    Die Schwester, lachend: "Sie hat Angst vor einer Spritze, nachdem sie eben ein Kind zur Welt gebracht hat?"
    Die Hebamme: "Ich w�rde sagen, dass der Doktor das Kind zur Welt gebracht hat!"
    Hebamme und Schwester lachen beide �ber diese Anspielung auf die Kristeller-Handgriffe.

 

Quelle: Das Gel�chter der Geschlechter.
von Helga Kotthoff

 

Viele weitere Beispiele von Witzeleien dieser Art k�nnten wir hier anf�hren, welche nicht unbedingt von Hochachtung f�r die Patientin zeugen.

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