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Das Gel�chter der Geschlechter
Scherzkommunikation im gyn�kologischen und geburtshilflichen Bereich
Dieser Artikel untersucht scherzhafte Bemerkungen in Interaktionen zwischen �rztInnen und Patientinnen im gyn�kologischen und geburtshilflichen Bereich.
Gemeinsam sind den analysierten Verhaltensweisen u. a. folgende Merkmale:
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Es wird gescherzt, um bereits bestehende Machtverh�ltnisse auf unterschiedliche Weise zu festigen.
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Scherzen dient verschiedenen Kommunikationsfunktionen: manchmal wird es eingesetzt, um die Befragung oder das Gespr�ch in Gang zu halten, manchmal, um zu tr�sten, manchmal, um Patientinnen am zu ausf�hrlichen Weitererz�hlen zu hindern.
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Die Patientinnen benutzen jeweils verschiedene Scherzstrategien je nachdem, ob sie mit Krankenschwestern, Hebammen, �rztinnen oder �rzten zu tun haben.
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Die Machtverh�ltnisse verschieben sich je nachdem, wie die soziale Rolle "Geschlecht" und die institutionelle Rolle interagieren.
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Die Krankenschwestern und Hebammen verf�gen �ber mehr Macht, wenn die �rzte und �rztinnen nicht anwesend sind.
Im Folgenden werden zwei Studien vorgestellt, deren Daten aus italienischen Entbindungskliniken und Allgemeinkrankenh�usern stammen. (Quellen siehe unten.)
Scherzhafte Bemerkungen erhellen u.a. Machtmechanismen, die der Arzt-Patient-Interaktion innewohnen und sich insgesamt an dem Platz ablesen lassen, den Frauen in unserer Gesellschaft einnehmen.
Geburtshilfe und Gyn�kologie sind von symbolischer und politischer Macht gekennzeichnet, die sich in der Kontrolle �ber die Frauengesundheit zeigt, und von der kulturellen Macht medizinischer Prozeduren, die sich das Gesicht objektiver, aseptischer und unkontroverser Vorg�nge geben.
Die Forschung zeigt, dass Frauen in ihrer Beziehung zu �rztInnen w�hrend der Untersuchung durch �rztliche Themenwahl und den verwendeten Sprachstil benachteiligt werden.
Die Ergebnisse des Forschungszweiges, der sich mit der Rolle der Frau im medizinischen Kontext befasst, zeigen den Prozess der zunehmenden Vereinnahmung der Frauen und ihres reproduktiven Potentials durch die Medizin.
Im Laufe der Geschichte sind viele fundamentale Lebensereignisse (wie Geburt, Tod, Beenden eines Lebens oder Lebenserhaltung in F�llen, in denen sie fr�her f�r unm�glich gehalten wurden) zu nahezu ausschlie�lich institutionell-medizinischen Ereignissen geworden.
Frauen empfinden sich und ihren K�rper in einem Netz medizinischer Versorgung, welches ihre Gesundheit, ihre Lebensrhythmen und ihr spezifisch weibliches Potential betrifft, ebenso sehr gesch�tzt wie gefangen. Ein Beispiel daf�r liefert das medizinische Fortpflanzungs-"Management" von Verh�tung �ber Schwangerschaft bis zur Geburt etc.
Hier analysiere ich eine der "vernachl�ssigten Situationen" - das Aufkommen von Peinlichkeit und/oder von Witzeleien -, die Licht auf das gesamte soziale Setting (Goffman 1967, 1969) werfen, um ein besseres Verst�ndnis der Interaktionen w�hrend Geburten und gyn�kologischer Untersuchungen und dar�ber der Rolle der Patientinnen zu erreichen.
Witzige Bemerkungen dienen nicht nur dazu, Spannung zu vermindern und Aggressivit�t und Feindseligkeit zu kanalisieren (Freud 1905), sondern liefern zus�tzlich Informationen zur sozialen Struktur der untersuchten Gruppe. "Humor ist eine Form kommunikativen Verhaltens, die mehr aktive Teilnahme erfordert als andere Formen von Gruppenverhalten" (Coser), und enth�llt dadurch das Beziehungsnetzwerk in der speziellen sozialen Struktur und dessen Erhaltungsmechanismen.
In einer Arbeitsgruppe oder einer Gruppe von Leuten, die mit einer ernsthaften Aufgabe befasst sind, kann ein Witz oder Scherz einen Moment kollektiver Erholung von der aufgenommenen T�tigkeit darstellen und so dazu beitragen, Gruppenkonsens herzustellen.
Als Reaktion auf einen Scherz in einer solchen Situation zu l�cheln oder zu lachen, bedeutet, dass die Anwesenden ihre Akzeptanz der Situationsver�nderung unterstreichen. Wenn einige Gruppenmitglieder nicht lachen, grenzen sie sich selbst aus und zeigen, dass sie den Scherzbold und die Mitlachenden, die die zeitweilige Auflockerung der Situation akzeptieren, ablehnen: "Im Lachen sind alle gleich; soziale Barrieren wie z. B. Status sind vor�bergehend kleiner, weil gemeinsames Lachen ein gewisses Ausma� an gemeinsamer Situationsdefinition voraussetzt. Humor basiert, nach Fowlers (1952) Definition, auf der Empathie der H�rer/innen.".
Scherzen ber�cksichtigt also die gemeinsamen Interessen der Gruppe, bietet Einblick in die Beziehung derer, die zusammen lachen und kann insofern f�r unsere Analyse der Interaktionen auf Entbindungsstationen verwertet werden.
Wenn es wahr ist, dass Humor oft als Mittel zur Flucht vor einer schwierigen Situation oder zu deren Entspannung benutzt wird, wie Coser schreibt, ist folgendes f�r die Analyse sozialer Interaktionen wichtig:
- wann Scherze eingesetzt werden (mit anderen Worten: welches die Momente gr��ter Spannung oder Schwierigkeit f�r die Gruppe sind),
- welche Themen in den witzigen Bemerkungen wiederkehren (um die f�r die Gruppe bestehenden Tabus zu verstehen, die durch die Witzelei verschleiert und doch wieder offenbart werden).

Wann wird gescherzt?
Der Moment gr��ter Spannung und Schwierigkeit in der Entbindungsphase ist zentral f�r die Humorproduktion.
Man stelle sich die Reise einer Frau durch das Krankenhaus vom Moment der Aufnahme bis zu dem Zeitpunkt, in dem sie den Krei�saal verl�sst, wie eine Kurve vor, die ihren h�chsten Gipfel im Augenblick der Geburt des Kindes erreicht. Die meisten Scherze gruppieren sich um den Gipfel der Kurve herum, was meine Hypothese st�tzt, dass die Augenblicke gr��ter Spannung und Schwierigkeit im Geburtsdrama Scherze provozieren.
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