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Frauen reden anders - Männer verstehen sie nicht


Unterschiedliche Sprachmuster erschweren die Kommunikation nicht nur im Geschäftsleben

"Die ganze Kunst der Sprache besteht darin, verstanden zu werden": Recht hatte Konfuzius. Doch heute fehlt es im beruflichen Miteinander oft an dieser Kunst. Zwar ist Konsenswille weit verbreitet, Konsensfähigkeit jedoch weniger, denn Frauen und Männer haben verschiedene Sprechstile.

Worin sich Frauensprache von Männersprache unterscheidet, beschreibt Margit Hertlein in ihrem Buch "Frauen reden anders" (Untertitel: Selbstbewusst und erfolgreich im Jobtalk, Rowohlt, 128 S., 14,90 Mark). 

Ihre Erkenntnis: Männer verwenden eher direkte Sprachmuster, Frauen indirekte.

Ein Beispiel für den indirekten Sprachstil ist folgender Satz in einem Bewerbungsgespräch: "Ich glaube, dass ich ganz gut in Buchführung bin." 

Die Bewerberin bekam den Job nicht. 
Mit einem unsicheren "Ich glaube" schwäche man die eigene Überzeugung ab. Die tatsächliche Leistung der Bewerberin kenne der Gesprächspartner nicht, er habe aus ihren unsicheren Formulierungen Rückschlüsse auf ihre Kenntnisse gezogen - und sie abgelehnt, erklärt Hertlein, die von Hause aus Ethnologin und Diplom-Betriebswirtin ist.

Um nicht in eine solche Falle zu tappen, ist es sinnvoll zu wissen, welche Wörter und Sätze unsicher wirken: 

  • ich denke; 

  • ich würde gerne; 

  • ich weiß nicht, ob Sie damit etwas anfangen können; 

  • vielleicht; 

  • anscheinend; 

  • ein bisschen; 

  • irgendwie" und 

  • am Satzende ein fragendes "oder?"

werden von Männern, die den direkten Sprachstil praktizieren, als Unsicherheit interpretiert.

Ein weiteres Beispiel aus einer Konferenz mit männlichen und weiblichen Kollegen: "Frauen sagen", so Hertlein, "die Sonne scheint ganz schön stark zum Fenster hinein. 
Dies tun sie in der Hoffnung, dass jemand anders dann fragt, ob er das Fenster öffnen soll. Warum sagen sie nicht direkt, was sie wollen?"

In Mitteleuropa und in den USA sind direkte Sprachmuster die bevorzugten Sprachmuster im Wirtschaftsbereich. Im Business geht es darum, präzise zu sagen, was man möchte. "Die Männer sind historisch bedingt in den Business-Sprachstrukturen mehr zu Hause als Frauen", meint Hertlein.

Diese Unterschiede gelten jedoch nicht nur für den Geschäftsalltag, so die Ethnologin: "Wer gewohnt ist, Tag für Tag sehr direkt zu sprechen, übernimmt diesen Ton auch im Privatleben. Dies gilt für Männer wie für Frauen. Deshalb erhalten viele beruflich erfolgreiche Frauen den Stempel 'Emanze' aufgedrückt, oder mann behauptet von ihnen, sie hätten Haare auf den Zähnen.

Im Geschäftsleben werden sie dank der angelernten direkten Sprachmuster zwar anerkannt, doch im Privatleben gelten sie als unweiblich."

In den neuen Managementmodellen werden die Werte, die hinter indirekten Sprachmustern stecken, allerdings verstärkt aufgenommen. 

Wenn es zum Beispiel um Themen rund um die Teambildung geht, lassen sich die indirekten Sprachmuster sehr gut einbauen und verwirklichen. Womit auch sprachlich bewiesen wäre, warum Frauen so häufig im Personalwesen eingesetzt werden.

Sind Frauen eigentlich grundsätzlich zu höflich? Hertlein: "Wenn ich von höflich spreche, ist das schon wieder ein Bewertungslabel. Wir sollten damit aufhören, Sprachmuster zu bewerten. Viel wichtiger ist, dass Männer und Frauen sich dieser Muster bewusst werden."

Buchtipp: Frauen reden anders
 

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