frauensprache.com 

clear.gif (42 Byte)

clear.gif (42 Byte)

 

Home
Aktuell
Beiträge, Artikel
Literatur
Links
Kontakt
 

Loading

Einführung
Praktische Anwendung
Geschlecht zählt
Mediensprache

Strategien
Die Humorlüge
Neue Studien

Download
Leitfaden für geschlechtergerechtes Formulieren 




clear.gif (42 Byte)


Eine tiefe Stimme findet Gehör


In patriarchalen Gesellschaften können Frauen nur mit Tricks in Gesprächen mit Männern bestehen

Von Nadja Pastega

Frauen und Männer reden anders. Und können sich nicht verstehen. Die Psychologin Elizabeth Mapstone hat für eine Untersuchung über das Konfliktverhalten von Mann und Frau mehr als 600 Interviewpartner befragt.

Die Ergebnisse sind "kaum zu fassen", wie die Britin bemerkt: "Es ist schockierend, wie tief die Auffassung verwurzelt ist, Frauen seien zu einem logischen und rationalen Streit nicht fähig", schreibt Mapstone in ihrem kürzlich erschienen Buch "War of Words".

Die Erklärung ist einfach: Frauen wollen über die Sprache Nähe herstellen, während sich Männer über Handlungen und Actions verbünden. Die kleinen emotionalen Botschaften, die Frauen schicken, werden von den Männern überhört. Also geben sie mehr von denen, bis der Mann schließlich denkt: Die ist ja völlig hysterisch.

Unterschiede gibt es auf allen sprachlichen Ebenen. Das beginnt schon bei der Wortwahl. Während eine gewisse sprachliche "Raubeinigkeit" durchaus ins Konzept von "Männlichkeit" passt, können die Kolleginnen verbal kaum über die Schnur hauen: "Der Gebrauch von Kraftausdrücken und Tabuwörtern ist für Frauen mit bedeutend massiveren sozialen Sanktionen verbunden als für Männer", weiß die Zürcher Linguistin Angelika Linke. Konkret: Fluchen gilt als unweiblich.

Bemerkenswerterweise ist auch die Aussprache von Frauen tendenziell näher an der Standardaussprache als die der Männer. Linke: "Daraus könnte man schließen, dass sich die Konzepte von Weiblichkeit und guter Aussprache ergänzen."

Darüber hinaus sprechen Männer im Schnitt lauter und tiefer. Um sich dennoch Gehör zu verschaffen, griff Margaret Thatcher nach ihrer Wahl zur Premierministerin zur Selbsthilfe. Durch ein entsprechendes Stimmtraining senkte sie die durchschnittliche Grundfrequenz ihrer Stimme. Ein weiterer Trick bestand darin, die Stimme am Ende eines Satzes nicht zu senken. So konnte Frau Thatcher ungestört ausreden. Eine Ausnahme!

Wie Untersuchungen zeigen, werden Frauen nämlich häufiger und systematischer unterbrochen als Männer. Andererseits leisten sie mehr "Gesprächsarbeit": Sie stellen häufiger Fragen, geben mehr verbale und nonverbale Rückmeldungen und gehen auf Gesprächsthemen der anderen ein.

Demgegenüber haben Männer in Gesprächen in der Regel ganz anderes im Sinn: Männer beziehen schneller Position, um einen Status zu besetzen. Bei der Kommunikation geht es ihnen nicht um Nähe, sondern um Macht.

Sollten Frauen das Sprachverhalten der männlichen Kollegen kopieren? 

Darauf hat Sprachforscherin Linke auch keine Antwort: "Es gibt eine Art Teufelskreis. Wenn Frauen typisch weibliches Sprachverhalten zeigen, wirken sie inkompetent und unsicher. Wenn sie jedoch den männlichen Kommunikationsstil verwenden, werden sie von ihrer Umgebung schnell als unweiblich und aggressiv empfunden."

[ Home | Aktuell | Artikel | Literatur | Kontakt | Links | Suchen ]


seit 1998 Frauensprache.com

Dieser Inhalt ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert.